PC-Netzteil


Wenn nach einen Systemupgrade wie beispielsweise dem Einbau einer neuen Grafikkarte scheinbar unerklärliche Systemabstürze auftreten, ist der Anwender häufig geneigt Treiberprobleme oder einen Defekt der neu erworbenen Hardware als Ursache zu vermuten.

Oft ist das Problem jedoch, dass das  Netzteil den zusätzlichen Leistungsbedarf  nicht mehr abdecken kann und es in Folge dessen, aufgrund einer instabilen Stromversorgung zu sporadisch auftretenden  Systemabstürzen kommt.  Wenn man bedenkt, dass zum Beispiel aktuelle Grafikkarten eine Leistungsaufnahme von bis zu 300 Watt haben, ist das nicht verwunderlich.

Wie der Leistungsbedarf eines PC-Systems ermittelt wird, was die verwirrenden Leistungsangaben auf Netzteilen bedeuten und was sonst noch wichtig ist, finden Sie hier kurz zusammengefasst:


Grundlagen

Ein PC-Netzteil wandelt 220 Volt Wechselstrom in 12 Volt (gelbe Leitung), 5 Volt  (rot) und 3,3 Volt (orange) Gleichstrom um. Die schwarze Leitung ist die Masse. Die 12-Volt-Schiene ist am wichtigsten, da die Hauptverbraucher, Prozessor und Grafikkarte ihren Strom hierüber beziehen.


Wie viel Leistung wird benötigt?

Komponente
Leistungsaufnahme
CPU
Angabe Hersteller 
Grafikkarte                        
Angabe Hersteller / meist explizite Angabe über Ampere- oder Wattleistung auf  der +12-V-Schiene
Festplatte 3,5" 10 WATT
Brenner 15 WATT
Reserve:
RAM, Wandlerverluste
50 WATT

Besonders für Grafikkartenanschlüsse gilt, dass das Netzteil alle Steckverbindungen mitbringen sollte. Der Einsatz von Adaptern ist nicht empfehlenswert.


Herstellerangaben

 
ATX_Netzteil.jpg

Wichtig sind die Angaben, welche unter +3,3 V, +5 V und +12 V zu finden sind.

Begrenzung der einzelnen Stromschienen:

Hier: +3,3 V x 28 A =  92,2 WATT + 5 V x 33 A =  165 WATT +12 V x 15 A = 180 WATT. Die tatsächliche Leistung des Netzteils von 437,2 W  ergibt sich aus: 92,5 W + 165 W + 180 W

Aufrüstung Grafikkarte:

Die Mindestanforderungen von Grafikkartenherstellern sind in diesem Zusammenhang unbedingt einzuhalten, da es bei Unterschreitung zu irreparablen Schäden sowohl an der Grafikkarte, als auch am Netzteil kommen kann.


Kühlung


Hier gibt es große Unterschiede vom permanenten Föhngeräusch  bis hin zum lüfterlosen, passiv gekühlten Netzteil. Netzteile für Office-PCs sind, was ihre Lüftergeräusche angeht, in der Regel erträglich.


Wirkungsgrad ~ Effizienz

Der Wirkungsgrad wird aus dem Quotienten der Ausgangswirkleistung zur Eingangswirkleistung gebildet. Je höher dieser Faktor, desto besser. Je kleiner der Wirkungsgrad, desto mehr elektrische Energie setzt das Netzteil in Wärmeenergie um.

Billignetzteile arbeiten mit einem Wirkungsgrad von zirka 60 bis 70 Prozent bei 50 Prozent Auslastung. Der Wirkungsgrad verschlechtert sich, wenn das Netzteil abseits des prozentualen Richtwerts arbeitet.

Nach dem Standard  80+ zertifizierte Netzteile bieten einen Wirkungsgrad von mindestens 80% ab 20% Auslastung. Damit sie Sinn machen, muss die Leistungsabnahme im Ruhezustand mindestens 20% der Netzteilkapazität entsprechen.


Überspannungsschutz

Höherwertige Netzteile bieten Schutz vor Überspannung, Blitzeinschlag und Kurzschluss. Damit schaltet  das Gerät schneller ab und schützt so die restlichen Komponenten.


Kabelmanagement

Durch absteckbare Kabelstränge sind nur die Kabel, die unbedingt benötigt werden, im Gehäuse. Dies vereinfacht die Kabelverlegung und verbessert die Luftzirkulation. So weit die Theorie. In der Praxis wird dieses Feature meist für High-End-Geräte geboten, deren Leistungsuntergrenze bei etwa 550 Watt liegt.  PCs die solch ein Netzteil benötigen, haben in der Regel auch jede Menge Komponenten, die mit Strom versorgt werden wollen. Daher sind die Kabel dann doch meist alle im Einsatz. Besser ist es, in ein ausreichend großes Gehäuse zu investieren.